Bau-Qualität
(Foto: Hanse Haus)

Wenn die Baufamilie beim Einzug strahlen kann, dann liegt das nicht zuletzt an der Sorgfalt, den zahlreichen Kontrollen und dem hohem Qualitätsstandard des Fertigbaus. (Foto: Hebel Haus)
Denken Sie beim Fertighaus noch immer an die "Plattenbauten" der 50er Jahre oder an tapezierte Spanplattenwände? Dann sollten Sie schleunigst umdenken. Denn die Konstruktion Ihres Hauses wird ständig kontrolliert und überwacht durch zahlreiche Ämter und Institutionen.
Den sehr hohen, jederzeit reproduzierbaren Qualitätsstandard können die Fertighaushersteller ihren Bauherrschaften mit Brief und Siegel garantieren. Die namhaften haben sich zu Gütegemeinschaften zusammengeschlossen, die jeweils eng mit einem der bundesweit organisierten Verbände zusammenarbeiten. Sie heißen zum Beispiel Bundes-Gütegemeinschaft Montagebau und Fertighäuser (Verbindung mit dem Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.), Gütegemeinschaft Deutscher Fertigbau (Deutscher Fertigbauverband e.V.) und Gütegemeinschaft Blockholzbau (Deutscher Massivholz- und Blockhausverband e.V.)
Als offiziell anerkannte Überwachungs- und Zertifizierungsstelle dürfen sie ihren Mitgliedsfirmen das bauaufsichtlich geforderte Übereinstimmungskennzeichen, das so genannte "Ü-Zeichen" verleihen. Darüber hinaus können die Haushersteller von ihrer jeweiligen Gütegemeinschaft das RAL-Zeichen erhalten. "RAL RG 422" heißt das für die im Fertigbau übliche Holztafelbauweise. Für Massivholzhäuser gibt es das RAL-Zeichen "RAL GZ 402/1" für die Herstellung von Massivholz-Teilen sowie "RAL GZ 402/2" für die Montage.
Um das anerkannte Gütezeichen für den Fertigbau in Holztafelbauweise zu bekommen, bedarf es einer werkseigenen Produktionsüberwachung, mit der das Fertigbauunternehmen mehr tut als gesetzlich gefordert. Obgleich freiwillig, ist dieses Zeichen wirklich ernst zu nehmen. Dies wird schon dadurch deutlich, dass es immer wieder mal dem einen oder anderen Unternehmen entzogen wird, wenn es sich den geforderten Prüfungen nicht unterzogen hat bzw. die vorgegebenen Standards in Fertigung oder Montage nicht erfüllen konnte.
Nach Angaben der Gütegemeinschaft Deutscher Fertigbau (GDF) kann das RAL-Gütezeichen dem Bauherrn auch bereits vor dem Bauen einen ganz praktischen Vorteil bringen. "Viele Banken", heißt es bei der GDF, "verlangen verstärkt bei der Finanzierung von Bauvorhaben einen Nachweis, dass der ausführende Fertighaushersteller der Gütegemeinschaft angehört und berechtigt ist, das RAL-Güteschutzzeichen zu tragen". Fehle diese Voraussetzung, "verweigern Banken und andere Finanzierungsinstitute oftmals die Beleihung des Objektes".
Ökologische und baubiologische Zertifikate
Über die beiden offiziellen Gütesiegel "Ü" und "RAL" hinaus, kann man in den Prospekten der Anbieter weitere seriöse Labels finden. Dazu gehören der vom TÜV verliehene Gebäudepass, das vom Institut für Baubiologie in Rosenheim entwickelte IBR-Zeichen, der LGA-Gebäudepass, der die Verwendung wohngesunder Baustoffe belegen soll und das Toxproof-Zeichen, das für die Verwendung von schadstofffreien Materialien steht. Relativ neu ist das ALLÖKH-Siegel für Allergiker gerechte Öko-Häuser vom Institut für Umwelt und Gesundheit.
Auf der Internetseite Label-Online.de finden Sie rund 300 Prüfzeichen erläutert.


