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Bemusterung

Die schöne Qual mit der Wahl

Beim Aussuchen können Sie die Qual der Wahl reduzieren, wenn Sie sich immer zuerst die Standardmuster zeigen lassen.Eigentlich ist die Bemusterung einer der schönsten Momente beim Hauskauf: Die ganze Familie fährt zum Bemusterungszentrum ihres Hausherstellers, wird bewirtet, bei Bedarf in einem guten Gasthof untergebracht und darf ansonsten ein bis zwei Tage lang tun, was der Mehrheit der Deutschen nach wie vor ein Vergnügen ist: Einkaufen.

So weit die Theorie. Wenn die Bauherren die wichtigsten Spielregeln einhalten, wird auch die Praxis ungefähr so ablaufen, die Bemusterung also eine überwiegend angenehme Erfahrung sein. Allerdings auch eine anstrengende, denn es gibt Arbeit: Vom Dachziegel bis zum Balkongeländer, von der Fassadengestaltung bis zur Fensterausführung, von den Sanitärobjekten über Wasserhähne, Tapeten, Bodenbeläge, Treppen, Innentüren bis zur letzten Steckdose ist an ein bis zwei Tagen zu klären, was später den persönlichen Stil der eigenen vier Wände ausmachen wird. Nicht zu vergessen die Heizung, die zusätzliche Haustechnik, in manchen Fällen auch die komplette Küche inklusive Planung.

Die Bemusterung findet in der Regel statt, wenn die Hausplanung abgeschlossen, der Vertrag unterzeichnet, das Baugesuch eingereicht ist und die Genehmigung der Baubehörde - zumindest als mündliche Zusage - vorliegt. Zu diesem Zeitpunkt sind Änderungen an Gauben, Erkern, Raumaufteilung und Fensteranordnung zwar noch möglich, sie müssen in der Regel aber wieder genehmigt werden, was zu Terminverzögerungen führen kann. Die Baufamilie sollte also mit diesen Entscheidungen bereits weitgehend im Reinen sein.

Im Vorfeld tagt der "Familienrat"
Vor dem eigentlichen Gespräch sollten sich alle Beteiligten auf einen gemeinsamen Stil einigen. Wer noch im Bemusterungszentrum diskutiert ob's rustikal oder modern sein soll, hat schlechte Karten. Darüberhinaus sollte man möglichst viele Entscheidungen gemeinsam im Vorfeld treffen.

Beim Aufbemustern ist stets auf die Gesamtkosten-Kontrolle zu achten. Unterstützung sollte man dabei vom Berater bekommen.Es empfiehlt sich, schon zuhause alle Änderungswünsche und noch offene Fragen aufzulisten; am besten, indem man die Bau- und Leistungsbeschreibung des Hauses Punkt für Punkt durchgeht. Ideal ist es, wenn der Bauherr vom Hausbauunternehmen für die gründliche Vorbereitung vorab auch schon die Werkpläne im Maßstab 1 : 50 sowie Standard-Elektropläne bekommen hat. Dann kann man sich alles Wesentliche in den Plan einzeichnen.

Aber es geht auch bereits ums Detail. Man kann schon mal notieren, wie breit das Ehebett ist, damit die Steckdosen links und rechts im passenden Abstand geplant werden können. Auch andere Fragen wie der Platz für Fernseher, Lautsprecherboxen oder die Taster der elektrischen Rollläden lassen sich schon lange vor der Bemusterung klären. Es gilt: Je besser die Vorbereitung, desto reibungsloser und damit stressfreier läuft die Bemusterung.

Ausgangspunkt des Bemusterungsgespräches ist die in der Ausstattungsbeschreibung angegebene Standardausstattung, die ohne Aufpreis zu haben ist. Sie bietet in aller Regel viele Wahlmöglichkeiten und lässt den Baufamilien Spielraum für ihren persönlichen Geschmack. Über diesen Rahmen hinaus kann man sein Haus entweder höherwertiger ausstatten lassen oder auch einzelne Leistungen aus dem Angebot herausnehmen. Die Fertighaushersteller sprechen in diesen Fällen von Auf- bzw. Abbemusterung.

Beim Aufbemustern ist stets auf die Gesamt-Kostenkontrolle zu achten. Unterstützung sollte man dabei vom Berater bekommen. Wird beispielsweise die Ausstattung des Bades aus dem Leistungsumfang herausgenommen, weil dem Bauherrn die Auswahl nicht gefällt oder weil er es selbst ausbauen oder einen bekannten Handwerker damit beauftragen will, bekommt er eine entsprechende Gutschrift.

 

Doch Vorsicht! Nicht in jedem Fall lohnt sich eine Abbemusterung.
Besser beurteilen kann man das Ganze natürlich, wenn man sich schon vorher in Bau- oder Fachmärkten über handelsübliche Preise informiert hat.

Nur das Original lässt ahnen, wie es später in den eigenen vier Wänden wirkt.Während der Bemusterung kann man normalerweise unter "echten" Artikeln auswählen, sie in die Hand nehmen und von allen Seiten begutachten. Eine Auswahl aus dem Prospekt ist stets mit Vorsicht zu genießen. Damit sich in punkto Qualitätsstandard keine Unstimmigkeiten ergeben, sollte bereits in der Bau- und Leistungsbeschreibung - die ohnehin vor Vertragsunterzeichnung aufmerksam zu lesen ist - die Ausstattung im Detail nachzulesen sein. Falls nicht, kann auch das in einem Anhang zum Kaufvertrag präzisiert werden. Das geht zum Beispiel, indem man Sanitärobjekte mit Firmen- und Produktnamen aufführen oder Teppichböden mit Qualitätsmerkmalen und Quadratmeterpreisen genau beschreiben lässt.

 

 

Bemusterungsprotokoll

 

Foto: <a href="http://www.platz-haus.de/" _mce_href="http://www.platz-haus.de/" target="_blank">Platz-Haus</a>

Egal wie Sie es machen: Generell gilt, dass mündliche Beschreibungen und Zusicherungen des Beraters im Zweifelsfall nichts wert sind. Andererseits reicht es auch nicht, als Bauherr im Gespräch einfach irgendwelche Forderungen aufzustellen und später darauf zu pochen. Die Firma braucht sich darauf nicht einzulassen.

 

Mit anderen Worten: Nur das, was im Bemusterungsprotokoll schriftlich festgehalten ist, zählt. Deshalb sind solche Protokolle, wenn sie seriös aufgenommen werden, viele Seiten lang.

 

Die Bauherrschaft sollte das Schriftstück nicht als notwendiges Übel, sondern vielmehr als die Garantie für größtmögliche Sicherheit beim Fertighausbau ansehen.

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