Tradition & Moderne

03.08.2011

Der Naturbaustoff Holz hat sich über  Jahrtausende bewährt und ist auch für die Zukunft besonders gewappnet.Viele Zeitgenossen sehen den Holzbau im Gegensatz zum Massivhaus. Das ist jedoch nicht korrekt, denn es gibt auch Holzhäuser in Massivbauweise.  Die bekannteste Form des massiven Holzbaus ist das Blockhaus. Es gilt als Inbegriff des naturnahen, urwüchsigen Wohnens. Die Wände bestehen aus Holzbohlen oder Kanthölzer horizontal übereinander geschichtet und dienen zur flächigen, vertikalen Lastabtragung. Die Ecken sind über eine Verkämmung der rechtwinklig anliegenden Bohlen oder Stämme miteinander verbunden.

Das gute alte Blockhaus
Trotz Trocknung der Hölzer müssen beim Blockbau besondere Vorkehrungen getroffen werden, damit durch das Setzverhalten und Schwund keine Wärmebrücken oder andere Bauschäden entstehen. So werden üblicherweise vorkomprimierte Dichtungsbänder zwischen Nut und Feder eingelegt. Um die Fugendichtigkeit zu optimieren, werden vorgespannte Stahlseile senkrecht zur Fugenrichtung eingebaut, die das Aufgehen von Fugen infolge Schwindens verhindern.
Einschichtige Wände sind angesichts der Anforderungen der Energieeinsparverordnung weitgehend durch mehrschichtige Wandaufbauten ersetzt worden. So gibt es zweischalige Blockwände mit einer Dämmung dazwischen (Kerndämmung). Aber auch eine einschalige Wand mit Innendämmung und Profilbretterverschalung ist denkbar. So haben die Blockhausbauer in den vergangenen Jahren viel Entwicklungsarbeit geleistet um die Traditions-Bauweise in die energetische Neuzeit zu retten.

Gestalterisch haftet dem Blockhaus dennoch ein Holzfällerimage an. Ein Klischee das moderne Massivholzhäuser Lügen strafen denn diese lassen sich durchaus zeitgemäß gestalten und kaum architektonische Bauherrenwünsche offen.

Neben der traditionellen Blockbauweise gibt es inzwischen zahlreiche andere Massivholzbauweisen. Diese modernen Massivholzsysteme weisen zahlreiche Vorzüge auf. Sie vereinfachen die Planung und Bauausführung, denn die Elemente kommen vorgefertigt aus der Werkhalle. Dank ihrer Massivität können sie Wärme besser speichern als z.B. Holzrahmenbauten, und sie bieten ein ausgeglichenes Raumklima. Zu den drei Hauptgruppen massiver Holzbausysteme zählen:

Massivholzsysteme 
mit Leimverbindungen
Zahlreiche Hersteller entwickelten Massivholzplatten- und Elementbauweisen, deren Einzelbauteile aus Kanthölzern miteinander zu Flächenbauteilen verleimt werden. Hinsichtlich der Baubiologie sind der Leimanteil und die Leimart von besonderer Bedeutung. Bauherren sollten auf entsprechende Produktdeklarationen achten und ggf. das gewünschte Produkt vertraglich festhalten.

Massivholzsysteme 
mit metallischen Verbindungen
Hierzu gehört in erster Linie die Brettstapelholz-Technologie (BST) in Standardausführung. Hierbei werden Vollholzbretter zu ganzen Wand- und Deckenelementen zusammengenagelt. Auch Vollholz-Blockständerwände, bei welchen die einzelnen Hölzer durch Nagelung miteinander verbunden werden, gehören in diese Kategorie.

Metall- und leimfreie 
Massivholzsysteme
Die Forderung der Baubiologie nach möglichst leim- und metallfreien Bauelementen hat zur Entwicklung entsprechender Vollholzsysteme geführt. Die Verbindungen erfolgen dabei mittels Stabdübeln aus Hartholz, welche die einzelnen Bretter nur über Klemmkräfte verbinden.

Beim Blockständerbau werden Kanthölzer senkrecht gestellt und mit Nägeln oder Hartholz verbunden. Die Bauweise ist hohlraumfrei und weist alle bauphysikalischen und -biologischen Vorteile eines Blockbaus auf.

Mischbauweisen
Die vorgestellten Holzbausysteme lassen sich ohne Weiteres zu Mischformen verarbeiten. So kann z.B. ein Holzrahmenbau mit einer Brettstapeldecke kombiniert werden. Ebenso können Brettstapelwände mit einer Holzbalkendecke errichtet werden.   

Das RAL Gütezeichen GZ 402 für die Herstellung und Montage von Blockhäusern geht deutlich über die DIN-Normen und alle gesetzlichen Vorgaben hinaus.Darauf verweist der Deutsche Massivholz- und Blockhausverband DMBV.

 

Wichtig ist, dass sich die Güterichtlinien auf die Herstellung (GZ 402/1) und auf die Montage (GZ 402/2) beziehen. Das bedeutet: Ein Hausbauunternehmen kann das RAL-Gütezeichen für die Herstellung nur erhalten, wenn auch eine Montage nach RAL Kriterien sichergestellt ist.

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