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Bemusterung – Tag der Entscheidung

Bevor ein Fertighaus in Produktion gehen kann, steht den Bauherren ein wahrer Entscheidungsmarathon bevor. Ein bis zwei Tage lang dürfen sie im Bemusterungszentrum des Herstellers unter fachkundiger Begleitung die Ausstattung ihrer Wahl aussuchen – von den Bodenbelägen über die Sanitärobjekte bis hin zur Dacheindeckung.

Bei der Bemusterung können Bauherren Fliesen, Bodenbeläge, Innentüren und die Sanitärausstattung unter die Lupe nehmen. Foto: Peter Hoch GmbH
Im Bemusterungszentrum der Firma Hoch können Bauherren Fliesen, Bodenbeläge, Innentüren und die Sanitärausstattung unter die Lupe nehmen.

Der Traum vom Eigenheim wird greifbar: Die Pläne für das neue Zuhause sind fertig, die erste Rate ist vielleicht schon bezahlt – doch bis jetzt existiert es nur auf dem Papier. In Zeichnungen und der sogenannten Bau-Leistungsbeschreibung ist festgehalten, was genau im vereinbarten Preis enthalten ist.

Damit aus dem gezeichneten Entwurf tatsächlich ein Haus werden kann, müssen aber noch sämtliche Materialien, Farben und Ausstattungsprodukte festgelegt werden. Und das in der Regel an ein bis zwei Tagen – klingt stressig. Damit das nicht so ist, bieten Fertighaus-Anbieter eine perfekt durchorganisierte und gut vorbereitete  „Bemusterung“. Dazu laden sie ihre Kunden in der Regel in ein voll ausgestattetes Bemusterungszentrum ein, in dem alle verfügbaren Produkte angeschaut und angefasst werden können. Das ist ganz wichtig, denn ein Produktbild im Katalog sagt in der Regel wenig über die echte Qualität aus.

Bemusterung – Gut vorbereitet geht‘s schneller und günstiger

Da die Bemusterungszentren meist in der Nähe des Firmenstandorts liegen, die Kunden aber aus dem ganzen Bundesgebiet kommen, organisiert – und zahlt – der Haushersteller Hotelübernachtung und Vollverpflegung der Baufamilie. Gute Vorbereitung ist für Baufamilie und Fachberater ein Muss. Wenn man sich einig ist, ob es Landhausstil oder Klassische Moderne sein soll, geht die Auswahl konfliktfreier vonstatten. Hilfreich kann es sein, vorher in Magazinen Fotos von Innenräumen zu sammeln, die gut gefallen und diese zur Bemusterung mitzubringen.

Manche Hersteller bieten vor Vertragsabschluss eine  „Vorbemusterung“ an, um zu klären, ob der Standard den eigenen Ansprüchen genügt. Wer dann noch die Bau- und Leistungsbeschreibung genau studiert hat und weiß, was tatsächlich im Preis enthalten ist und wo eventuell gespart werden oder eher „draufgelegt“ werden muss, ist vor bösen Überraschungen am Bemusterungstag weitgehend sicher. Außerdem sollte die tatsächliche Möblierung in den Grundrissen eingezeichnet sein, denn so lässt sich am einfachsten überprüfen, wo Schalter und Steckdosen sitzen müssen und ob die im Standard angegebene Menge ausreicht.

Der Fachberater hat sich im besten Fall vorher genau in die Pläne eingearbeitet und wird sich ein oder zwei Tage nur mit diesem Bauvorhaben beschäftigen – eine luxuriöse Beratungssituation. Bei der Firma Hoch Baustoffe, die für Okal bemustert, wird beispielsweise ein Collagentisch angelegt, an dem der Kunde die ausgewählten Produkte immer nebeneinander sehen kann. Gleichzeitig wird ein Raumbuch angefertigt, in dem das Ausgewählte aufgeführt ist. Simultan läuft eine Mehr- und Minderkostenberechnung mit, sodass der Kunde immer weiß, in welchem Kostenrahmen er sich aktuell bewegt.

 Abbemustern lohnt sich oft nicht 

Entscheidend ist, dass die Qualität im Standard stimmt und keine Billigprodukte angeboten werden. Das kann sich ein Fertighaushersteller, der für alle Bauleistungen die Gewährleistungspflicht hat, aber auch in der Regel gar nicht leisten. Da die Hersteller durch den Großmengeneinkauf günstigere Preise bekommen, gibt es hier hochwertige Produkte oft günstiger als im Baumarkt. Wer also einzelne Posten, wie beispielsweise Fliesen, aus dem Leistungsumfang des Fertighausanbieters herausnimmt, sprich  „abbemustert“, sollte sich wirklich sicher sein, dass er das Gewünschte woanders günstiger bekommt.

Ein guter Berater gibt allgemeine Tipps zur Gestaltung und hilft bei sachlichen und fachlichen Entscheidungen. Er ist auch in der Lage zu erkennen, wenn sich durch Änderungen von Ausstattungspunkten Fehler oder notwendige Planänderungen ergeben könnten. Bei vielen Herstellern ist die Küchenplanung, die Haustechnik und die Außengestaltung schon vor dem eigentlichen Bemusterungstermin festgelegt, da sich hier genehmigungsrelevante oder technische Änderungen ergeben könnten. So lässt sich sicherstellen, dass die Bemusterung wirklich relativ stressfrei an einem Tag zu bewältigen ist.

Sollten bei der Auswahl wirklich einmal Meinungsverschiedenheiten auftauchen, klären Sie diese in einer Auszeit und nicht während der Bemusterung oder schlafen lieber noch eine Nacht darüber. Bei den Boden- und Wandbelägen, welche die spätere Raumwirkung wesentlich prägen, lohnt sich ein höherer Zeiteinsatz. Im Zweifelsfall sollte man bei Bodenbelägen und Fliesen, die sich nicht so leicht austauschen lassen, lieber etwas Hochwertigeres und Klassisches wählen und Wände erst mal in neutralem Weiß streichen lassen. Akzente lassen sich auch über Accessoires setzen, die leichter austauschbar sind als Fliesen mit Zebra-Muster.

Am Ende des Tages unterschreibt der Kunde dann das Bemusterungsprotokoll und die eventuell geänderten Pläne und die Bausumme neu. Danach kann das Haus in die Produktion gehen. (Fotos: Peter Horch Gmbh)

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Bodenbeläge, Zimmertüren, Treppen etc. – für alle Bereiche der Haussausstattung finden die Bauherren Muster zum Anfassen, die ihnen helfen eine Auswahl fürs eigene Heim zu treffen.
Die Bauherren können sich die Putzmuster, Ziegel und Fenster in der Bemusterung "live" anschauen. Ein Collagen-Tisch und fotorealistische Ansichten helfen, die Entschiedungen noch einmal zu überprüfen.
Bei Armaturen und Fliesen sollte nicht gespart werden. Aufpreise, zum Beispiel für Mosaikfliesen, sind meist nur kleine dreistellige Beträge.